Der jüdische Maler Marc Chagall, wurde in Witebsk/Russland geboren und emigrierte im Sommer 1910 durch die Unterstützung eines Mäzens nach Frankreich. Ab 1940 lebt Chagall in Gordes in der Provence. Als die Nationalsozialisten in Frankreich einfallen, wird Chagall während einer Razzia in Marseille festgenommen. Die drohende Auslieferung an die Deutschen kann durch die Intervention der Vereinigten Staaten noch verhindert werden. Der berühmte Maler kann auf öffentliche Fürsprache bauen in einer Situation, in der ein Großteil seines Volkes den stummen Leidensweg in die Vernichtung antritt. Chagall und seine Familie muss nach Amerika fliehen.
Zum Bild "König David mit der Harfe"
Eines von Chagalls Lieblingsmotiven: der musizierende David! Auf diesem Bild entlockt der König seiner Harfe feine, zarte Klänge. Er ist ganz in sein Spiel versunken. Versonnen, fast liebevoll, hält er die Laute im Arm und scheint fast mit dem Instrument zu verschmelzen.
David galt als der bedeutendste König Israels (1004-965 v. Chr.). Als Kind war er von König Saul zum Waffenträger gewählt worden. Davids überraschender Sieg über den "Riesen" Goliath, aber auch seine Begabung, meisterhaft Harfe zu spielen, hatten Saul fasziniert. Doch als David beim Volk immer beliebter wurde, war Saul neidisch und trachtete ihm nach dem Leben. David mußte fliehen. In der jüdischen Wüste gelang es ihm, die Gunst der jüdischen Stämme zu erlangen. Nach Sauls Tod wurde David zum König über Juda gesalbt. Der unabhängige Staat, den David gegründet hatte, blieb immer das Ideal der Juden. So wurde David später idealisiert und zum Maßstab für alle nachfolgenden Könige erhoben. Hierin begründet sich auch die Erwartung, daß der Messias, als Retter des Volkes und Erfüller nationaler Hoffnung, dem Geschlecht Davids entstammen wird.

